Freitag, 4. Juli 2014

Monogramme! Jetzt mische ich mich auch ins Gespräch...

Bei Suschna und bei Nahtzugabe wir über Monogramme berichtet. Ich liebe Monogramme daher gebe ich jetzt mein kärgliches Wissen auch noch zum Besten.

Beim Zusammensuchen  der Fotos ist mir wieder mal aufgefallen alle Monogramme sind weiß, blau oder rot. Gibt es historische Monogramme in einer anderen Farbe?

In der Schule habe ich noch gelernt, dass auf weißen BW oder Leinen Stoffen die Stickerei mit Waschblau angezeichnet wird. Das haben wir im ersten Jahr sogar noch gemacht. Ich habe zwar kein Monogramm gestickt sondern einen Schmetterling auf ein Kindernachthemd.
Waschblau kann man heute noch bei Manufaktum kaufen. Das Waschblau wäscht sich problemlos heraus, es macht die Weißwäsche sogar strahlender weiß.

Unten zeige ich das Monogramm meiner Tante Olga, von ihr habe ich noch eine kleine Papierschablone welche auch ganz fein gelöchert ist. (wer sich wundert, in diesem Haushalt wird seit Generationen alles, wirklich alles aufgehoben)
Monogramm meiner Tante Olga
Schablone von Monogramm von Tante Olga
Unten ist eine blaue Serviette zu sehen, davon habe ich sechs Stück und ein herrliches Tischtuch. Nur die Servietten haben ein Monogramm eingstickt. Das Tischtuch und die Servietten stammen von Tante Mitzi über sie habe ich hier schon mal geschrieben.

Monogram von Tante Mitzi
Unten ist ein Kissen zu sehen welches ich vor vielen Jahren im Quiltgeschäft in Wien gekauft habe. (Das Geschäft gibt es nicht mehr)  bei dem roten Stoppel füllt man die blaue Kreide ein und wiegt dann ähnlich wie mit einer Löschwiege über die Quiltschablone und überträgt so das Muster. Unten ist es eine Art Frotteestoff. 
Ganz ähnlich müsste das auch mit Monogrammvorlagen gehen. Das ist aber eine sehr staubige Angelegenheit. Beim Übertragen und beim Nähen ist alles blau, die Hände, der Faden, der Tisch... Wäscht sich aber problemlos aus allem heraus.
Kissen zum Übertragen des blauen Kreidestaubes
 Unten ist ein Seifenstift für dunkle Quiltstoffe. Der könnte noch etwas angespitz werden aber ich glaube er wäre für Monogramme doch etwas zu derb. Das übertragen der Quiltmuster geht zwar problemlos ist aber eher aufwendig.
Seifenstift zum Anzeichnen der Quiltlinien
 Unten ist eine Vorlage des Monogramms meiner Mutter zu  sehen. Das war noch ihr Mädchenname. Das nächste Bild zeigt dann zwei Monogramme gegenübergestellt. Links oben ist das Monogramm meiner Mutter unverheiratet und recht oben als sie schon verheiratet war. Mir hilft das die Textilien auch zeitlich besser einzuordnen.
Ich weis, dass die Wäsche früher von Wäscherinnen gewaschen wurde und nehme daher an es war wichtig das jedes Stück mit einem Monogramm versehen ist. Nur so war sicher gestellen, dass die Wäsche wieder in den entsprechenden Haushalt kam. Damals wurde auch auf jedes Detail Wert gelegt und alles wurde so schön wie möglich gestaltet. Hier habe ich schon mal über gestickte Kastenstreifen geschrieben.
Links unten ist das Monogramm meiner Urgroßmutter verarbeitet mit dem Namen als sie schon verheiratet war und das nächste Bild zeigt ihr Monogramm noch ledig.



Monogramm meiner Urgroßmutter noch ledig
altes Leinen aus der Familie allerdings kann ich es keiner Person zuordnen
Serviette vom Flohmarkt
Tischtuch, kann ich aber auch keiner Person zuordnen
schönes Monogramm, besonders gefällt mir die kleine Flickarbeit
das ist schon ein vorgefertigtes Monogramm
 Viele der hier gezeigten Monogramme habe ich in einen Quilt verarbeitet. Leider kann ich diesen nicht wirklich schön und aussagekräftig fotografieren.

 
Monogramm auf Tischtuch und sechs Servietten die ich von einer Freundin geschenkt bekommen habe. Es ist von ihrerer Großmutter.
Tischtuch vom Flohmarkt
vom Flohmarkt

Kommentare:

Lucy in the Sky hat gesagt…

Oooh, sehr spannend! Andere als weiße, rote oder höchstens noch blaue Monogramme habe ich auch noch nirgends gesehen. Und der Hinweis auf Wäscheblau ist hochinteressant. Laut Wikipedia ist das Stärkemehl mit blauen Farbpigmenten, die sich gut auswaschen lassen. Ich glaube hier kommen wir auch den geheimnisvollen Tuschsteinen auf die Spur, die zu den Monogrammschablonne gehören.

Witzig finde ich ja auch, dass man bei den Monogrammen aus deiner Sammlung durchaus Unterschiede in Stick- und Designfertigkeiten erkennen kann.

suschna hat gesagt…

Das ist ja eine ganz wunderbare Zusammenstellung! Vielen Dank, dass du dir die Mühe gemacht hast. Das rot-weiß gestreifte gefällt mir besonders gut. Der Grund für die Monogramme war wohl, jedenfalls wenn eine Wäscherin ins Haus kam, eher auch Status, gehörte eben zur Aussteuer, zeigte das Eigentum an, eben als Prestige. Jedenfalls habe ich es mir so erzählen lassen von der Generation, die sich noch daran erinnern kann.
Danke nochmal für diese ausführliche Schau deiner Schätze.