Montag, 16. Juni 2014

Cotillion de honor


Wir haben einen Einladung  zu Cotillion de honor  bekommen. Das ist eine philippinischen Geburtstagsfeier anlässlich der  Großjährigkeit. 

Aus unserer Einladung ging folgendes hervor:
·      es wird der 18. Geburtstag einer jungen Dame gefeiert
·      Das Geburtstagskind ist an diesem Tag Prinzessin
·      Der rote Teppich wird ausgerollt
·      es gibt einen strikten Dress Code
·      ausschließlich Geldgeschenke werden erwartet.
·      Und alles folgt der 18, also 18 Kerzen, 18 Geschenke, 18 Rosen usw.

Da wir mit der philippinischen Kultur überhaupt nicht vertraut sind musste ich mich erst bei Google schlau machen. Es scheint sich um eine Art Debütanten Ball zu handeln auf dem auf jeden Fall Walzer getanzt wird. Gut, das ist für eine Wiener  Familie noch eine leichte Übung.

Mehr Aufwand bedeutete der Dress Code. Im Falle unsere Einladung waren die Farben Weinrot und Gold gefordert.
Ich habe in meinem Kleiderschrank eine Winterweste in Weinrot und in der Farbe Gold nichts.
Zum Glück hat meine Tochter zwei Ballkleider in Weinrot. So habe ich aus ihrem Lieblingsballkleid ein Cocktailkleid für sie gemacht indem ich es abgeschnitten habe. Aus dem „schrecklichsten Ballkleid das ich ihr je genäht habe“ (Zitat), habe ich für mich ein Cocktailkleid genäht. (Komplett auseinander genommen und was ganz neues genäht)


Nachdem wir die Hürden der Garderobe überwunden haben durften wir ein zauberhaftes Fest miterleben.
Das Elternpaar zieht als König und Königin in den Saal gefolgt von der Prinzessin. Tischweise werden die Gäste mit der Prinzessin zusammen fotografiert und wer das schon erledigt hatte durfte das Buffet stürmen. Währen die Gäste  aßen gab es den Debütanten Tanz. Einmal in der klassischen Art, dann modern. Die Prinzessin hatte im laufe des Abends drei verschiedene Ballkleider an. Alle, wie ich erfragt habe, auf den Philippinen bestellt. Gratulanten gab es immer achtzehn, gleichaltrige Freunde und Cousinen, achtzehn Frauen die im Leben des Geburtstagkindes eine Rolle spielten, also die Tanten und die Mutter. Der Vater war in der Gruppe der achtzehn Männer die das Geburtstagskind schon seit es klein ist kennt, in der gleichen Gruppe waren auch die Onkel. Jedes dieser Gruppe hatte eine andere „Aufgabe“. Die eine Gruppe brachte einen Toast aus die andere Gruppe trank shots.  Die Freunde und Cousinen brachten besonder Geschenke auf die Bühne. Die Mütter und die Tanten brachten Kerzen und die Torte, die Torte hatte die Ausmaße einer großen Hochzeitstorte. Getanzt wurde auch mit dem Vater und den Onkels und von jedem Herrn gab es dabei eine Rose.
Durch den Abend führten zwei Moderatoren die gekonnt in drei Sprachen moderierten. Zwischendurch traten Sänger auf. Das Tanzparkett stand nach diesen Punkten dann für alle offen was auch gerne angenommen wurde.
Der ganze Abend war getragen von einer heiteren, fröhlichen Grundstimmung ohne Hektik und Stress. Obwohl sicher auch nicht alles nach Plan gelaufen ist, was ja bei einem Fest dieser Dimension fast nicht zu erwarten ist. (Mich hätte z.B. schrecklich aufgeregt, dass sich nicht alle europäischen Gäste an den Dresscode hielten) Vielleicht lag die angenehme Stimmung aber auch daran, dass  wenig Alkohol getrunken wurde.
Ein wirklich schöner Abend und für uns ein Einblick in eine völlig fremde Kultur.

die Prinzessin mit dem ersten Ballkleid
das war dann das letzte Ballkleid dazwischen waren noch zwei ander Garderoben! 
auch die Deko im Saal richtete sich strickt nach dem Farbkonzept

Kommentare:

kaze hat gesagt…

Das habe ich jetzt alles mit großem Staunen gelesen. Ob diese Art erst in der Fremde so gigantisch geworden ist, weil dann oft mehr an der Tradion haftet, als im eignen Land?! danke fürs Teilen. Vg kaze

kuestensocke hat gesagt…

Sehr interessant ist Dein Bericht über das Fest und den Hintergrund. Ganz besonders schön ist aber Eure garderobe - bei Kleider sehen einfach wundervoll aus! LG Kuestensocke