Sonntag, 15. März 2009

Brennnesseljauche

Meine ersten Erfahrungen mit Brennnesseljauche machte ich schon vor vielen Jahren, damals habe ich noch am Balkon gegärtnert und meinen ersten Kübel Brennnesseljauche also am Balkon angesetzt. Im Rückblick gesehen war ich doch sehr mutig. Aber für meine Rose, bitte beachtet die Einzahl, wollte ich nur das Beste. Diese Aktion blieb einmalig, der Geruch war den Nachbarn dann doch nicht zuzumuten.

Als ich dann richtig zu gärtnern begonnen haben war es selbstverständlich Brennnesseljauche muss angesetzt werden.
Ich habe jedes Jahr dazugelernt und den Ansatz von Jauche optimiert.
Das ist jetzt ein paar Jahren gut gegangen bis zum letzten Jahr.

Jauche angesetzt wie gewohnt, nach einigen Wochen als es nicht mehr schäumte einen gut schließenden Deckel drauf, damit kein kleines Tier ertrinkt und es nicht so stinkt. So weit so gut.
Als ich am nächsten Wochenende etwas von der Jauche ausbringen wollte schwammen in dem Kübel kleine „Kaulquappen“. Zuerst habe ich mich noch verhalten gefreut weil ich in meiner Ahnungslosigkeit annahm es werden Frösche. Ich habe mich doch gewundert weil in der Nähe von unserem Garten weit und breit keine Gewässer sind.

Also flott im Internet recherchiert und zu meinem großen Schreck handelte es sich um:
RATTENSCHWANZLARVEN. (Eristalis tenax Larve der Schwebfliege auch Mistbiene genannt). Alle Einträge im Internet waren wirklich abschreckend. Die Larven sollen aus der Gülle kriechen und brauchen dann trockene Räume um sich zu Schwebfliegen zu wandeln. In diesen Räumen aber unappetitliches Chaos anrichten. Alle Tipps die sich andere Internet User gegenseitig gaben waren für uns nicht machbar. Zwei Beispiele: die Jauche mit den Larven mixen und dann ausbringen, dass war uns dann doch zu ekelig oder Gift das verträgt sich nicht mit unserem Anspruch einen Naturgarten zu haben.
Allerdings hatten wir unser Haus gerade umgebaut und wollten keine Larven im neuen Haus. Ich war echt froh einen fest schließenden Deckel auf dem Kübel zu haben.

Zuerst waren wir ratlos was zu tun sei. Meinem Vorschlag den Deckel einmal zu lüften und zu schauen wie sich die Sache entwickelt hat, hat mein Mann gleich abgeschmettert.

Nach einigen Wochen ohne den Deckel abzunehmen haben wir uns ein Herz gefasst und die Kübel in das Auto geladen und in den Wald gefahren. Dort haben wir, weit weg von unserem Haus, die Deckel geöffnet, wir konnten es kaum glauben es gab immer noch einige wenige lebende Larven. Wir haben die Jauche ausgekippt und die Kübel weggeworfen.( wir haben die Kübel nicht im Wald gelassen).

Heuer werde ich keine Brennnesseljauche ansetzten. In einem Ort in dem es noch, wenn auch wenige, Bauer mit Tierhaltung gibt ist die Gefahr einfach zu groß dass sich heuer das Drama wiederholt.

Kommentare:

Kreativmama hat gesagt…

Ach du Schande! Das klingt ja wirklich übel :-s
Hielt das mit der Brennesseljauche ja bisher auch für ne gute Idee aber nachdem ich das hier gelesen hab :-O

hmaurich hat gesagt…

...so ganz habe ich es noch nicht verstanden, warum Schwebefliegen "schlecht" sind:

Zitat aus Bio-Gaertner.de:

...Die Larven sind Nützlinge, sie saugen bis zu 800 Blattläuse aus, 100 je Tag.

...

Gruß von Hans-Martin Aurich